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FC Großeneder/Engar – FC Siddessen 4:6 (1:3)

In Großeneder bot sich den Zuschauern eine spannende Partie, die den Namen Spitzenspiel absolut verdient hat. Der Zweitplazierte FC Großeneder empfing den Tabellenführer aus Siddessen. Beide Mannschaften waren bisher ohne Punktverlust, doch das sollte sich an diesem fünften Spieltag zumindest für einen der beiden ändern.

Hoch motiviert und konzentriert gingen beide Mannschaften in diese Partie. Der FC Siddessen wollte von Beginn an das Heft in die Hand nehmen und spielte frech nach vorne, die besseren Chancen hatte zunächst allerdings der FC Großeneder. In der 11. Minute zog Daniel Dohmann einfach mal von der Strafraumgrenze ab und war auch prompt erfolgreich. Die Führung gab dem Tabellenführer Sicherheit und Daniel Dohmann hatte, nach schöner Flanke von Andre Ludwig, sogar die große Möglichkeit diese noch auszubauen, scheiterte jedoch. In der 25. Minute ergab sich dann plötzlich für die Hausherren die Chance per Strafstoß auszugleichen. Der Unparteiische zeigte nach einem vermeintlichen Handspiel von Erwin Derksen sofort auf den Punkt. An der rechten Strafraumbegrenzung hatte Erwin Derksen mit einer Grätsche versucht eine Flanke zu verhindern, wobei ihm der Ball an die Hand sprang. Der Schiedsrichter legte dies als Handspiel aus, doch ob dieses überhaupt im Strafraum stattgefunden hat, ist fragwürdig. Markus Gladen nahm das Geschenk dankend an und lies FCS-Keeper Florian Greger keine Abwehrchance. Die Gäste reagierten und drängten auf die erneute Führung. Dann wurde Sascha Rochell rüde von den Beinen geholt. Nur gut, dass Schienbeinschoner beim Fußball heute Pflicht sind, denn ansonsten wäre statt des Protektors von Sascha Rochell wohl sein Schienbein gebrochen. Der Großenederer „Holzhacker“ sah für die Attacke jedoch nur Gelb. Glück hatte der FC Großeneder auch in der nächsten Szene, als der FCS, die Großenederer Viererkette, mit nur zwei Stationen aushebelte, der Unparteiische aber fälschlicher Weise auf Abseits entschied. In der 38. Minute startete Sascha Kleine-Wilde, nach Pass von Sascha Rochell, von der Mittellinie einen Sololauf und wurde dann im Strafraum zu Fall gebracht. Wieder zeigte der Schiedsrichter auf den Punkt. Andre Ludwig legte sich das Leder zurecht und erzielte die erneute Führung für die Gäste. Zwei Minuten vor der Pause spitzelte Sascha Kleine-Wilde den Ball zu Daniel Dohmann, der diesen gekonnt in den rechten Torwinkel zirkelte. Mit dem 1:3 ging es dann in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel erwischten die Hausherren den besseren Start. Es waren erst zwei Minuten im zweiten Durchgang gespielt, als ein Großenederer Akteur, nach einer Ecke, völlig freistehend zum 2:3 Anschlusstreffer einköpfte. Der Tabellenführer aus Siddessen ließ jedoch nichts anbrennen und stellte in der 53. Minute den zwei Tore Abstand wider her. Nach Freistoßvorlage von Sascha Rochell war Daniel Dohmann zum dritten Mal zur Stelle und markierte das 4:2 für den FCS. In der 58. Minute erzielte Markus Gladen per Foulelfmeter den Anschlusstreffer. Nachdem das Spiel mit der Zeit immer ruppiger wurde, ereignete sich in der 65. Minute eine unschöne und vielleicht spielentscheidendee Szene. FCS-Libero Johannes Bobbert verletzte einen Großenederer Spieler durch eine üble Grätsche in die Beine. Anschließend eskalierte die Situation. Mehrere Großenederer Spieler stürmten auf Johannes Bobbert zu und FCG Spielertrainer Frank Jakob stieß den Siddessener zu Boden. Anschließend beschimpfte und beleidigte er Johannes Bobbert noch vor den Augen und Ohren des Schiedsrichters. Dem Unparteiischen blieb keine andere Wahl, als den Großenederer Spielmacher des Feldes zu verweisen. Johannes Bobbert sah für sein Foul den gelben Karton. Von diesem Zeitpunkt an fühlten sich die Gastgeber in jeder Situation ungerecht behandelt und reklamierten ununterbrochen. Der FC Siddessen nutzte hingegen den Unmut der Gäste, um wieder Fußball zu spielen und so war es Sascha Rochell, der in der 84. Minute auf Vorlage von Markus Wintermeyer das 5:3 erzielte. Nur eine Minute später war der Vorsprung jedoch schon wieder geschrumpft. Die Siddessener Mauer fälschte einen Freistoßball unglücklich ins eigene Tor ab. Doch auch dieses Mal hatte der FC Siddessen eine passende Antwort parat. Der eingewechselte Alexander Dohmann legte den Ball im Strafraum am Großenederer Schlussmann vorbei und wurde dann von diesem gelegt. Den fälligen Strafstoß verwandelte Torjäger Sascha Rochell zum 4:6. Endstand.

Fazit: Den Zuschauern bot sich eine spannende Partie, die den Namen Spitzenspiel absolut verdient hat. Zehn Tore, vier Elfmeter, zahlreiche gelbe Karten und eine rote Karte, sorgten für die nötige Brisanz. Daniel Dohmann bot eine überragende Leistung und avancierte mit drei Treffern zum Matchwinner. FCS-Coach Werner Streich hatte seine Jungs schon vor Wochen auf dieses Spitzenspiel eingeschworen und wurde von ihnen nicht enttäuscht. Die Mannschaft hat großen Sieges- und Kampfeswillen gezeigt und dabei das Toreschießen nicht vergessen. Lediglich bei Standartsituationen war der FC Siddessen anfällig und kassierte alle vier Gegentreffer auf diese Weise. Der FC Siddessen ist der verdiente Sieger dieses Spitzenspiels und behauptet damit die Tabellenführung. Der FC Großeneder präsentierte sich als unfairer Verlierer und fiel mehr durch Fouls und ständiges Reklamieren auf, als durchs Fußballspielen. Unmittelbar nach dem Schlusspfiff stürzten die Gastgeber auf den Schiedsrichter und kritisierten und beleidigten ihn. Sicherlich lag der Unparteiische heute nicht immer richtig mit seinen Entscheidungen, doch in einem von Emotionen bestimmten Spitzenspiel, ist es auch schwer ohne Assistenten immer den perfekten Überbllick zu behalten.

Aufstellung: Florian Greger, Viktor Derksen, Gerhard Isaak, Johannes Bobbert, Thomas Dorosala, Andre Ludwig, Sascha Kleine-Wilde, Erwin Derksen (84. Alexander Dohmann), Markus Wintermeyer, Daniel Dohmann, Sascha Rochell

Tore: 0:1 Daniel Dohmann (11.), 1:1 (25.), 1:2 Andre Ludwig (38., Vorlage Sascha Kleine-Wilde), 1:3 Daniel Dohmann (43., Vorlage Sascha Kleine-Wilde), 2:3 (47.), 2:4 Daniel Dohmann (53., Vorlage Sascha Rochell), 3:4 (58.), 3:5 Sascha Rochell (84., Vorlage Markus Wintermeyer), 4:5 (85.), 4:6 Sascha Rochell (90., Vorlage Alexander Dohmann)

Karten: Andre Ludwig (gelb), Markus Wintermeyer (gelb), Johannes Bobbert (gelb)