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FC Siddessen – SF Warburg 08 1:2 (1:1)

Der FC Siddessen hat die ganz große Sensation beim Kreispokalendspiel knapp verpasst und 2:1 verloren. Die kleine Sensation hat der FC aber geschafft, denn er war dem Landesligaaufsteiger aus Warburg über weite Strecken ein ebenbürtiger Gegner. Trainer Werner Streich schickte seine Elf mit der gleichen Marschroute auf den Platz wie im Halbfinale gegen Westheim. Sascha Rochell spielte hinter der Abwehr und der etatmäßige Libero Johannes Bobbert im defensiven Mittelfeld. Die Devise war, aus einer kompakten Abwehr heraus Konterchancen zu nutzen. Dieses Konzept ging lange auf. Der FC hatte durch Erwin Derksen, der sich auf der rechten Seite schön durchgesetzt hatte, bereits in der 6. Minute die erste große Torchance, aber der Abschluss war zu schwach.

In der 17. Minute ging der FC Siddessen unter dem Jubel seiner Fans gegen den haushohen Favoriten durch Mathias Weber mit 1:0 in Führung. Fast mit dem Rücken zum Tor stehend überlistete er mit einem klugen und platzierten Heber in die lange Ecke den Warburger Torwart. In der Folgezeit drängte Warburg auf den Ausgleich, ohne sich aber die ganz großen Chancen erspielen zu können. Die Siddessener verteidigten vielbeinig und ließen die Warburger Stürmer kaum in den 16er eindringen.

Nach der Halbzeit verstärkten die Warburger den Druck. Jetzt schien die Führung nur eine Frage der Zeit zu sein. Die Siddessener kamen kaum aus der eigenen Hälfte und wurden von den Warburgern früh abgefangen. In dieser Phase verhinderte Torwart Pierre Otte durch einige großartige Paraden den Rückstand. Aber in der 67. Minute war auch er machtlos. Wieder war es Matthias Schirbel, der nach einer Ecke goldrichtig stand und zum 2:1 für Warburg einköpfte. Wer jetzt erwartet hätte, dass die Warburger das Spiel mit ihrer überlegenen Technik und Physis nun sicher nach Hause bringen, sah sich getäuscht. Der FC Siddessen wurde offensiver und hatte nur wenige Minuten später durch Mathias Weber die große Chance zum Ausgleich. Doch sein Kopfball ging ganz knapp am Tor vorbei. Kurz danach wurde Sascha Rochell geschickt, doch auch sein Linksschuss aus guter Position verfehlte das Ziel. Die Warburger Abwehr erwies sich auf der ungewohnten Asche nicht immer souverän und wusste sich manchmal nur durch Fouls zu wehren. Leider konnten die Siddessener keinen dieser Freistöße verwerten.

Vor allem in der zweiten Halbzeit erweckten einige Entscheidungen des Unparteiischen den Unmut der Zuschauer. Und in der Tat hatte der Schiedsrichter nicht seinen besten Tag erwischt, wobei die höherklassigen Warburger Spieler bei ihm durchaus einen Bonus hatten. Außerdem bleibt die Frage, warum noch nicht einmal im wichtigsten Spiel des Sportkreises Linienrichter angesetzt wurden.

Unterm Strich ist der Sieg der Warburger natürlich völlig verdient und in Ordnung. Aber die Art und Weise wie der FC Siddessen sich nicht nur gewehrt, sondern auch mitgespielt hat, verdient allergrößten Respekt. Der FC hat gezeigt, dass er ein würdiger Endspielgegner war und das Finale verdient erreicht hat. Dieses Spiel wird als ein Höhepunkt der Vereinsgeschichte in die Chronik eingehen. Trainer Werner Streich und seine Truppe haben dem FC alle Ehre gemacht und den Zuschauern einen tollen Saisonabschluss geboten.

Aufstellung: Pierre Otte, Gerhard Isaak, Viktor Derksen, Thomas Dorosala, Johannes Bobbert, Erwin Derksen, Sascha Kleine-Wilde (81. Reiner Conze), Daniel Dohmann, Markus Wintermeyer, Sascha Rochell, Mathias Weber (81. Alexander Dohmann)

Tore: 1:0 Matthias Weber (17.), 1:1 Matthias Schirbel (45.), 1:2 Matthias Schirbel (67.)