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FC Siddessen – SuS Gehrden/Altenheerse 2:1 (0:1)

In Siddessen wurde heute Nachmittag wieder alles geboten, was zu einem richtigen Ortsderby gehört: es gab eine gute Zuschauerkulisse, Kampf, Tore, Leidenschaft, Hektik, einen glücklichen Gewinner und damit natürlich auch einen unglücklichen Verlierer. Der FC gewann sein fünftes Heimspiel in Serie und konnte den Nachbarn aus Gehrden endlich auch einmal in einem Meisterschaftsspiel bezwingen. Dass dieser Sieg mehr als glücklich war und dem Spielverlauf nicht entsprach, darüber waren sich die Zuschauer aus Gehrden und Siddessen einig. Matchwinner – und auch darüber waren sich alle einig – war der Siddessener Keeper Christian Rochell. Egal ob Kopfbälle oder Schüsse, Christian hielt alles, was zu halten war und darüber hinaus auch noch ein paar Unhaltbare.

Die Gehrdener zeigten von Anfang an die bessere Spielanlage und ließen die Siddessener überhaupt nicht ins Spiel kommen. Angetrieben von ihrem überragenden Mittelfeldspieler Kawanda rollte ein Angriff nach dem anderen auf das Siddessener Tor. In der 20. Minute konnte Christian Rochell noch eine Doppelchance der Gehrdener vereiteln, als er zuerst einen Schuss und anschließend einen Kopfball aus kürzester Entfernung parierte. Aber in der 28. Minute war der Siddessener Keeper geschlagen, als Thorsten Wolff einen schönen Doppelpass mit einem unhaltbaren Volleyschuss zum 0:1 abschloss. Die Gehrdener blieben die überlegene Mannschaft und der FC kam höchstens zufällig zu Chancen. Daniel Dohmann kam zwei Mal nach Einwürfen zum Kopfball. Das war es aber auch schon.

Die FC-Kicker schienen von der Kulisse und dem Gegner so beeindruckt zu sein, dass sie das Fußballspielen vergaßen und so einfach nichts zusammen lief. In der Defensive fehlte jegliche Koordination, im Spiel nach vorne die zündenden Ideen und in jedem einzelnen Zweikampf der Biss. FC-Coach Werner Streich stauchte seine Jungs in der Halbzeit zusammen und forderte eine drastische Steigerung des Einsatzes in den zweiten 45 Minuten. Die deutlichen Worte des Trainers sollten ihre Wirkung nicht verfehlen. Zwar blieben die Gehrdener weiterhin die spielbestimmende Mannschaft, aber plötzlich stimmte der Einsatz beim FCS. Die Streich-Truppe fand über den Kampf immer besser ins Spiel und konnte die Partie nun ein bisschen offener gestalten, ohne die Gehrdener jedoch wirklich in Gefahr zu bringen. Die Gäste ließen es jetzt etwas ruhiger angehen, kontrollierten aber weiter das Geschehen. Der Ausgleich in 73. Spielminute fiel daher ziemlich überraschend. Sascha Kleine-Wilde hatte auf Sascha Rochell abgelegt, der noch ein paar Schritte mit dem Ball lief und dann flach mit links abzog.

Fast im Gegenzug hatten die Gehrdener wieder eine Riesenchance in Führung zu gehen, aber sie brachten den Ball einfach nicht mehr über die Linie. In der 84. Minute musste Christian Rochell noch einmal sein ganzes Können aufbieten, um den Rückstand zu verhindern. Statt der erneuten Gästeführung sollte der Siegtreffer auf der anderen Seite fallen. Kapitän Daniel Dohmann schlug in der 86. Minute einen genialen Pass in den freien Raum, Matthias Weber ließ dem Gehrdener Torwart keine Chance und lupfte die Kugel unter dem Jubel der Siddessener Zuschauer zum 2:1 in die Maschen.

Aber selbst in den verbleibenden Minuten hatten die Gehrdener mehrfach die Chance zum Ausgleich. Immer wieder war es Kawanda, der die Siddessener Abwehrspieler vor unlösbare Probleme stellte. Ein überragender Christian Rochell, viel Glück und auch die Abschlussschwäche der Gehrdener bescherten dem FC aber schließlich einen überaus glücklichen Sieg.

Zwar sahen die Zuschauer am heutigen Tage insbesondere vom FC Siddessen keine gute Leistung, aber dennoch war es eine sehr unterhaltsame Partie, mit echtem Derbycharakter. Gehrden ging als unglücklicher, aber absolut fairer Verlierer vom Platz und denkt sicher schon an eine Revanche im Rückspiel.

Der FC Siddessen hat nun 16 Punkte auf dem Konto und liegt damit punktgleich mit dem Zweiten und dem Dritten auf dem 4. Tabellenplatz. Wir sollten uns die Tabelle ausschneiden und einrahmen lassen, denn besser kann es wohl nicht mehr werden. Es bleibt jedoch eine hervorragende Position, um den Klassenerhalt zu erreichen.

Aufstellung: Christian Rochell, Viktor Derksen, Erwin Derksen, Johannes Bobbert, Andrej Derksen, Sebastian Saggel, Markus Wintermeyer, Sascha Kleine-Wilde, Daniel Dohmann, Sascha Rochell, Matthias Weber

Tore: 0:1 Thorsten Wolff (28.), 1:1 Sascha Rochell (73.), 2:1 Matthias Weber (86., Vorlage Daniel Dohmann)