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SV Borgholz/Natzungen – FC Siddessen 3:1 (3:1)

Im Kreispokalfinale musste sich der FC Siddessen, nach einer starken Leistung, letztlich doch mit 3:1 geschlagen geben und wie schon im Vorjahr mit dem zweiten Platz vorlieb nehmen. Mit der Entscheidung das Endspiel erstmals auf neutralem Platz auszutragen, wurde dem FC Siddessen bereits im Vorfeld seine höchste Trumpfkarte entzogen und so blieb der Streich-Truppe nur die Hoffnung auf ein kleines Wunder.

Angesichts der eklatanten Auswärtsschwäche des FC Siddessen (6 von 39 Pkt.) schien der klassenhöhere SV Borgholz/Natzungen ein übermächtiger Gegner zu sein. Aufgrund der drückenden Hitze galt es sich die Kraftreserven gut einzuteilen, um nicht im Verlauf des Spiels einzubrechen. Trainer Streich gab die Taktik vor aus einer sicheren Abwehr heraus, mit Johannes Bobbert und Sascha Rochell in der Zentrale, immer wieder gefährliche Konter zu fahren. Der Denfensivarbeit wurde absolute Priorität zugeordnet, galt es doch die Null möglichst lange zu halten. Das hat auch bis zum Gegentor in der 5. Minute ganz gut geklappt (nach Thomas Hässler).

Nach einer scharfen Hereingabe von der linken Seite, drückte Andre Sima den Ball aus kurzer Distanz volley in die Maschen. Christian Rochell war chancenlos und die Taktik des FC Siddessen damit bereits nach fünf Spielminuten hinfällig. Doch im direkten Gegenzug gelang Markus Wintermeyer, der nach zweimonatiger Verletzungspause erstmals wieder auflief, fast der Ausgleich. Dieser Angriff zeigte, dass auch die Borgholzer in der Defensive verwundbar waren und so war der FCS in der Folgezeit bemüht das Spiel offener zu gestalten.

Natürlich merkte man dem Borgholzer Spiel eine hohe Ballsicherheit an. Immer wieder hebelten sie mit ihrem sicheren Kurzpassspiel das Siddessener Mittelfeld aus. Der Ball lief gut durch die eigenen Reihen und auch die physische Überlegenheit war offensichtlich. Dennoch gelang es insbesondere Daniel Dohmann des Öfteren den Ball gegen gleich mehrere Gegenspieler zu behaupten.

Logische Konsequenz der Borgholzer Überlegenheit waren einige hochkarätige Torchancen. Mit einem Distanzschuss gelang Matthias Filker in der 30. Minute das 2:0, ehe er zehn Minuten später per Kopf gar auf 3:0 erhöhte. Die Querlatte und in einer anderen Szene FC-Keeper Christian Rochell, mit einem glänzenden Reflex, verhinderten einen noch höheren Rückstand. Auf der Gegenseite nutzte Ewin Derksen eine Unachtsamkeit in der Borgholzer Abwehr und verkürzte noch vor der Pause auf 3:1.

Markus Wintermeyer, der zwei gefährliche Angriffssituationen über die linke Außenbahn eingeleitet hatte, musste seiner langen Verletzungspause und der Hitze Tribut zollen und wurde in der zweiten Hälfte durch Gerhard Isaak ersetzt. Damit war auch das Experiment mit Matthias Weber auf der linken Abwehrseite beendet. Während Gerhard nun die Position in der Abwehr bekleidete, rückte Matthias auf die Mittelfeldposition vor, wo er sich sichtlich wohler fühlte. Angesichts des Zwei-Tore-Rückstandes gab auch Sascha Rochell seine Defensivrolle auf und agierte fortan im Sturm.

Tatsächlich gelang es dem FC Siddessen das Spiel nun offener zu gestalten. Der SV Borgholz/Natzungen tat nur noch das Nötigste und ließ den Ball phasenweise lange in der Abwehrreihe zirkulieren. Während die Streich-Truppe mutig nach vorne spielte, verlegten sich die Borgholzer mit zunehmender Spieldauer immer mehr auf das Kontern. Große Torchancen ergaben sich für den FC dabei leider nicht mehr und so blieb es beim letztendlich verdienten 3:1 Erfolg des Bezirksligisten.

Die Köpfe ließ beim FC Siddessen deshalb trotzdem keiner hängen. Die Mannschaft hat eine tolle, engagierte Leistung gezeigt und sich mit aller Macht gegen den haushohen Favoriten gestemmt. Dabei konnte sich die Streich-Truppe im zweiten Durchgang, trotz der großen Hitze, sogar noch einmal steigern. Die Mannschaft kann wirklich stolz auf sich sein und auch die Siddessener Zuschauer zollten ihrer Truppe großen Beifall. Bei der anschließenden Siegerehrung erhielt der FC gar mehr Applaus als der eigentliche Sieger dieser Partie.

An dieser Stelle wäre vielleicht noch anzumerken, dass dem Kreisvorsitzenden Heinz Scholle beim Anblick des Kreispokals nichts Besseres einfiel, als auf die Dominanz der Borgholzer und der Sportfreunde Warburg in diesem Wettbewerb hinzuweisen. Dass der FC Siddessen als kleiner Dorfverein zum zweiten Mal in Folge im Finale stand und auf seinem Weg dorthin sowohl den Vorjahressieger und Landesligisten aus Warburg als auch den späteren Kreismeister FC P-E-L ausschaltete, schien ihm dabei wohl von geringere Bedeutung zu sein.

Doch sei es drum, der FC Siddessen hat eine tolle A-Liga-Saison gespielt und darf sich auch dieses Jahr wieder Vize-Pokalsieger nennen. Sicherlich hätte man Trainer Werner Streich zum Abschied gerne den Pokalsieg geschenkt, aber nichtsdestotrotz kann man auf drei schöne und äußerst erfolgreiche Jahre zurückblicken. Wir bedanken uns für die erfolgreiche Zusammenarbeit und wünschen Werner an dieser Stelle für seinen weiteren Weg alles Gute und viel Erfolg mit seinem neuen Verein, dem SV Holzhausen/Erwitzen!

Die Mannschaft geht ihren Weg indes mit Reinhard Bobbert als neuem Trainer weiter und wird mit ihm im nächsten Jahr sicher einen neuen Angriff auf den Pokal wagen.

Aufstellung: Christian Rochell, Viktor Derksen, Matthias Weber, Thomas Dorosala (55. Andrej Derksen), Johannes Bobbert, Erwin Derksen, Daniel Dohmann, Sebastian Saggel (80. Sascha Kleine-Wilde), Alexander Dohmann, Sascha Rochell, Markus Wintermeyer (46. Gerhard Isaak)

Tore: 1:0 Andre Sima (5.), 2:0 Matthias Filker (30.), 3:0 Matthias Filker (41.), 3:1 Erwin Derksen (43., Vorlage Alexander Dohmann)