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Negativserie hält an: FC Siddessen – SV Bonenburg 1:2 (1:1)

Es bleibt dabei, der Abwärtstrend des FC Siddessen im Jahr 2011 setzt sich fort. Auch im neunten Anlauf konnte das Team um Kapitän Daniel Dohmann keinen Sieg verbuchen. Trotz einer engagierten Leistung in der ersten Halbzeit, stand der FC am Ende wieder einmal mit leeren Händen da und muss nun in den verbleibenden 4 Partien um den Ligaverbleib zittern.

Dabei begann es so vielversprechend. Bei sommerlichen Temperaturen übernahmen die Hausherren auf dem betonharten Aschenplatz sofort die Initiative und setzten die Gäste aus Bonenburg schon früh unter Druck. Bereits in der ersten Minute erspielte sich der FC Siddessen die erste gute Gelegenheit, als Holger Ernst im Fünfer völlig frei zum Kopfball hochstieg. Ein Bonenburger Abwehrspieler konnte jedoch noch auf der Linie für seinen bereits geschlagenen Keeper klären.

Die Gäste standen über weite Strecken tief in der eigenen Hälfte und machten so die Räume sehr eng. Dennoch gelang es dem FC immer wieder die Bonenburger Abwehrreihen zu durchbrechen. Nach etwa zwanzig Spielminuten erhöhte die Bobbert-Elf die Schlagzahl und es mehrten sich die Großchancen – ein Tor lag in der Luft. Zunächst traf Michael Ritzenhoff mit einem wuchtigen Freistoß nur Aluminium, dann scheiterte Reiner Conze erst am Gäste-Schlussmann und im Nachschuss an der vielbeinigen Abwehr. Die nächste gute Gelegenheit bot sich Abwehrspieler Gerhard Isaak, als ihm nach einem Eckstoß der Ball eher zufällig vor die Füße fiel. Sein strammer Schuss aus halbrechter Position streifte jedoch um Zentimeter am langen Pfosten vorbei. Kurz darauf erkämpfte sich Christian Bröker das Spielgerät und drang in den gegnerischen Strafraum ein, doch anstatt den Abschluss zu suchen, legte er noch einmal quer und die Bonenburger konnten die Situation entschärfen.

Kurz vor dem Pausenpfiff ergab sich für den FC Siddessen dann die große Möglichkeit per Elfmeter die Führung zu erzielen. Kapitän Daniel Dohmann hatte im Strafraum einen Pass mit dem Rücken zum Tor aufgenommen und wurde dabei von seinem Gegenspieler am Fuß getroffen. Der Unparteiische zögerte nicht und zeigte folgerichtig auf den Punkt. Zwar protestierten die Bonenburger heftig und lautstark, aber dem Schiedsrichter blieb in dieser Situation keine andere Wahl, als auf Strafstoß zu entscheiden. Michael Ritzenhoff trat an und verwandelte sicher zum 1:0.

Wer nun dachte, der FC würde das Spiel sicher über die Bühne bringen und die drei Punkte einfahren, sah sich getäuscht. Die Freude über die verdiente Führung wehrte nicht lange. Nur eine Zeigerumdrehung später, praktisch im direkten Gegenzug und wie aus dem Nichts, fiel der Ausgleich. Dem Treffer ging ein haarsträubender Ballverlust der Siddessener im Mittelfeld voraus. Im Anschluss daran kam es zu einem Pressschlag etwa 20 Meter vor dem Tor von Christian Rochell. Der Bonenburger Angreifer blieb in Ballbesitz und hielt einfach mal drauf. Christan Rochell war die Sicht versperrt und so konnte der FC-Keeper nicht verhindern, dass der Ball ins lange Eck trudelte. Mit dem aus Bonenburger Sicht äußerst schmeichelhaften 1:1 ging es dann in die Pause.

Als FC-Sympathisant musste man den vielen vergebenen Chancen nachtrauen, doch angesichts der spielerischen Überlegenheit war davon auszugehen, dass der FC auch im zweiten Durchgang zu zahlreichen Chancen kommen würde. „Aber hier, wie überhaupt, kommt es anders, als man glaubt.“ Im zweiten Durchgang gab die Bobbert-Elf das Heft überraschend aus der Hand. Die Gäste bekamen mehr und mehr Zugriff auf das Spiel und gewannen zusehends Oberhand.

Offensiv fanden die Hausherren praktisch nicht mehr statt, die beiden Spitzen Christian Bröker und Alexander Dohmann hingen völlig in der Luft. Bonenburg war dem Führungstreffer nun näher als der FC. Ein erster Warnschuss strich noch knapp am Gehäuse von Christian Rochell vorbei. Eine weitere Chance konnte der FC-Schlussmann vereiteln, ehe er sich in der 60. Minuten zum zweiten Mal geschlagen geben musste. Die Begegnung verflachte nun zusehends. Der FC konnte nicht mehr, Bonenburg musste angesichts der harmlosen Bemühungen der Hausherren nicht mehr tun und so waren die Megaphon-Durchsagen des Gästebetreuers lange Zeit das Unterhaltsamste, was diese Partie zu bieten hatte. Tatsächlich wurde der Mann an der Flüstertüte nicht müde, jeden Spielstand und jede Auswechselung in bester Stadionsprechermanier zu verkünden.

Auf dem Platz wurde es erst in der 68. Minute wieder spannend, als der Unparteiische einen Bonenburger Akteur wegen Nachtretens des Feldes verwies. Die große Offensive des FC Siddessen blieb jedoch aus. Die noch beste Gelegenheit bot sich, als Kapitän Daniel Dohmann von der rechten Angriffsseite scharf in die Mitte flankte. Seine Hereingabe ging jedoch an Freund und Feind vorbei. Ansonsten agierten die Hausherren trotz Überzahl erschreckend schwach und blieben in ihren Offensivbemühungen plan-, harm- und letztlich auch erfolglos.

Das waren heute ganz klar drei verschenkte Punkte. Hätte man die zahlreichen Chancen im ersten Durchgang genutzt, hätte die Partie bereits nach 45 Minuten entschieden sein können. Stattdessen gab man das Spiel nach dem überraschenden Ausgleich völlig unnötig aus der Hand. Die Mannschaft ließ die notwendige Aggressivität im Abstiegskampf und den absoluten Siegeswillen vermissen, dabei hätte man mit einem Dreier einen entscheidenden Schritt Richtung Klassenerhalt machen können. Mit dann 9 Punkten Vorsprung auf einen Abstiegsplatz, bei noch 4 ausstehenden Partien, hätte man gelassen in die nächsten Spiele gehen können. Nun werden die anstehenden Auswärtsbegegnungen bei den akut abstiegsgefährdeten Vereinen aus Willebadessen und Großeneder jedoch zu echten Entscheidungsspielen oder, um es mit den Worten des Ex-Bayerntrainers Louis van Gaal zu sagen, zu Tod-oder-Gladiolen-Spielen.

Aufstellung: Christian Rochell, Gerhard Isaak, Reiner Conze, Sebastian Saggel (65. Markus Gerson), Erwin Derksen, Michael Ritzenhoff (78. Christopher Lehr), Holger Ernst, Alexander Thiel, Daniel Dohmann, Christian Bröker, Alexander Dohmann

Tore: 1:0 Michael Ritzenhoff (43., Elfmeter), 1:1 (44.), 1:2 (60.)